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Jetzt Geld vom Bund für Dürre geschädigte Betriebe

Umweltschützer fordern an den Klimawandel angepasste Landwirtschaft, statt diesen weiter mit anzuheizen
Wegen der ungewöhnlichen Dürre hat der Bund am heutigen Mittwoch staatliche Nothilfen in Höhe von 150 bis 170 Millionen Euro bewilligt. Zusammen mit den Hilfen der Länder sollen die in ihrer Existenz bedrohten Landwirte bis zu 340 Millionen Euro erhalten. Insgesamt seien dies rund 10.000 Betriebe im gesamten Bundesgebiet, bei denen mehr als 30 Prozent der durchschnittlichen Jahreserzeugung von der Trockenheit zerstört sind.
Dürrerisse im Acker

Zu den Hilfen äußerte sich bereits der Vorsitzende des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein: "Es ist richtig, Bauern zu unterstützen, deren Existenz durch die extreme Trockenheit gefährdet ist."

Er erinnert allerdings daran, dass auch die Verpächter die schwierige Situation der Landwirte erleichtern könnten. Er erwarte, dass Verpächter in Härtefällen ihren Pächtern durch Absenkung der Pacht helfen. Konkret nannte er Finanzminister Scholz, der über die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) größter Verpächter in Ostdeutschland sei.

Zu Löwenstein appellierte zudem an Bundesministerin Julia Klöckner, künftig die Bauern darin zu unterstützen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen, ihren Anteil an der Emission von Treibhausgasen zu verringern und das klimaschädliche Gas CO2 durch Humusaufbau im Boden zu binden.

Klöckner müsse die Reform der EU Agrarpolitik aktiv mit gestalten, so dass die milliardenschweren Zahlungen darauf konzentriert werden, Landwirte für Umweltleistungen zu honorieren. Neben klimafreundlicher Landwirtschaft gehe es dabei vor allem um den Schutz der Artenvielfalt und des Wassers.

Von Andreas Krüger, Leiter Ökologischer Fußabdruck beim WWF Deutschland, heißt es: „Bauern, die durch die Dürre in existenzielle, ökonomische Not geraten, muss geholfen werden. Diese Solidarität ist jedoch keine Einbahnstraße. Von Landwirten braucht es die Bereitschaft, sich mit entsprechender Unterstützung nachhaltig aufzustellen und zu reformieren - zum einen, um künftig besser mit Wetterextremen leben zu können und zum andern, damit man durch die eigene Art zu wirtschaften die Klimakrise nicht noch anheizt."

Etwa, weil die industrielle Tiermast in Deutschland auf billiges Soja als Futtermittel aus Südamerika setze. Zudem seiten vor allem konventionell wirtschaftende Bauern nicht auf Dürren oder anhaltenden Starkregen vorbereitet. Eine Mischung aus ausgelaugten Böden und Hochertragssorten führe zu einer höheren Anfälligkeit bei besonderen Wettersituationen. Erweiterte Fruchtfolgen, ein verbesserter Humusaufbau und Anbausysteme mit einer erhöhten Wasserhaltefähigkeit seien essenziell, um das Risiko von dramatischen Ernterückgängen zu reduzieren. Daneben brauche es einen auf die Betriebsflächen angepassten Tierbestand, um Futterengpässe einzudämmen.
 

Autor: 
BIO-MV
Verbände
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