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Industrielle Tierproduktion nicht zukunftsfähig

Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung fordert neue Kultur des Fleischgenusses
Ein offizielles Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik der Bundesregierung bescheinigt der industriellen Tierproduktion mangelnde Zukunftsfähigkeit und fordert ethische Mindeststandards für die Tierhaltung.
Fleisch auf einem Silbertablett

Ein offizielles Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik der Bundesregierung bescheinigt der industriellen Tierproduktion mangelnde Zukunftsfähigkeit. Angesichts des globalen ökologischen Fußabdrucks und der negativen gesundheitlichen Effekte eines sehr hohen Fleischkonsums spricht sich der Agrar-Beirat nicht nur für eine tiergerechtere und umweltfreundlichere Produktion aus, sondern gleichzeitig auch für eine Reduzierung des Fleischkonsums überhaupt. Das Gutachten geht sogar so weit, eine neue Kultur für die Erzeugung wie für den Genuss von Fleisch zu fordern. Konkrete Vorschläge für Mindeststandards einer ethischen Tierhaltung machen die Wissenschaftler ebenfalls. Dazu zählen für sie ausreichend Platz für die Tier ebenso wie das Recht an frischer Luft zu sein, die Möglichkeit zu artgemäßer Beschäftigung und Nahrungsaufnahme ebenso wie der Verzicht auf Amputationen und ein deutlich reduzierter Arzneimitteleinsatz. Für einen Großteil der Tierhaltung würden die geforderten Änderungen lauf Gutachten zu Mehrkosten zwischen 13 und 23 Prozent führen. Auf die Verbraucherpreise käme eine Steigerung von 3 bis 6 Prozent zu  - so die Schätzung. Das entspricht der bekundeten Zahlungsbereitschaft eines erheblichen Teils der Konsumenten. Sofern sie entsprechend informiert und motiviert werden. 

Die Zusammenfassung des Gutachtens finden Sie hier.

Bild: ©BLE, Bonn/Foto: Thomas Stephan

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BIO-MV
Politik
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